"Durchbruch": Tarifabschluss im Einzelhandel in NRW erzielt
Nach monatelangen "komplizierten und schwierigen" Verhandlungen haben sich Arbeitgeber und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi in Nordrhein-Westfalen auf einen ersten Tarifabschluss im Einzelhandel geeinigt. Der Handelsverband Deutschland (HDE) sprach am späten Mittwochabend von einem "Durchbruch". Es werde erwartet, dass dieser Abschluss Signalwirkung für die übrigen Tarifgebiete im Einzelhandel haben werde.
Laut HDE sollen die Gehälter und Löhne der Beschäftigten im Einzelhandel in NRW rückwirkend ab dem 1. August um 3,0 Prozent steigen, ab dem 1. Mai 2027 um weitere 2,0 Prozent. Vereinbart worden sei eine Laufzeit des Tarifvertrags von 25 Monaten.
HDE-Tarifgeschäftsführer Steven Haarke nannte den Tarifabschluss einen "schmerzhaften Kompromiss", der viele Unternehmen im Einzelhandel an die "absolute Grenze des wirtschaftlich noch Verkraftbaren" bringe. Der Abschluss schaffe aber "Planungssicherheit und Orientierung".
"Arbeitgeber und Gewerkschaft im Einzelhandel senden damit in NRW in sehr schwierigen Zeiten ein wichtiges Zeichen", betonte Haarke. Tarifpartnerschaft und Kompromissfähigkeit seien aktuell "vielleicht wichtiger denn je".
Die Tarifrunde für rund 5,2 Millionen Beschäftige im Einzelhandel, im Versand-, Groß- und Außenhandel hatte im April begonnen. Im Einzelhandel werden dabei Löhne und Gehälter in 16 Tarifbereichen verhandelt. Verdi forderte eine Erhöhung um 7,0 Prozent, mindestens aber 222 bis 225 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Mehrfach waren Beschäftigte dafür in den Streik getreten.
O.R.Lucchese--INP