China-Geschäft bricht weiter ein - Audi senkt Umsatzprognose
Vor dem Hintergrund weiter einbrechender Verkäufe in China hat der Autobauer Audi seine Umsatzprognose für 2026 gesenkt. Gerechnet wird nun mit 58 bis 63 Milliarden Euro - fünf Milliarden weniger als im Frühling erwartet, wie die Ingolstädter VW-Tochter am Montag mitteilte. Finanzchef Jürgen Rittersberger stellte weitere Sparmaßnahmen in Aussicht.
"Geopolitische Unsicherheiten, US-Zölle und der intensive Wettbewerb - insbesondere in China - prägten die Geschäftsentwicklung", erklärte das Unternehmen zur Halbjahresbilanz. "Die Marke Audi übergab in den ersten sechs Monaten weltweit über 727.000 Fahrzeuge an Kundinnen und Kunden." Maßgeblich für den Rückgang seien die "herausfordernde Wettbewerbssituation in China und US-Zölle".
Maßgeblich wegen der Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump entwickelt sich das US-Geschäft von Audi ähnlich schlecht wie das in China. Die Volksrepublik ist jedoch der bei weitem wichtigere Markt.
Im ersten Halbjahr verzeichnete Audi demnach insgesamt Umsätze in Höhe von gut 29 Millionen Euro - 10,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Neben dem Absatz von Fahrzeugen gingen demnach insbesondere in China auch die Erlöse aus Teilen und Komponenten zurück. Teils deutliche Absatzsteigerungen verzeichnete die VW-Tochter hingegen in Deutschland, Spanien, Italien und Großbritannien.
"Die Ergebnisse des ersten Halbjahres zeigen, dass die bereits eingeleiteten Maßnahmen, wie eine strikte Kostendisziplin, wirken. Aber sie reichen nicht aus", erklärte Finanz-Chef Rittersberger. "Um im internationalen Wettbewerb zu bestehen, müssen wir gemeinsam mit dem Volkswagen-Konzern unser Geschäftsmodell neu ausrichten und weitreichende strukturelle Verbesserungen realisieren."
Audi ist auch von den im Raum stehenden Sparmaßnahmen von VW betroffen. Diskutiert wird unter anderem die Schließung des Audi-Werks in Neckarsulm. Wie das "Handelsblatt" am Montag berichtete, wird für den Standort nun eine erneute Senkung der jährlichen Produktionskapazität von derzeit 225.000 auf 150.000 Einheiten geprüft. Auch am Hauptsitz Ingolstadt könnte demnach die Produktion weiter sinken.
E.Scozzafava--INP