70-Kilometer-Solo in der Schweiz: Pogacar schon in Tour-Form
Von wegen lockeres Einradeln: Radstar Tadej Pogacar hat schon am ersten Tag seiner Generalprobe für die Tour de France gnadenlos dominiert und mit einem seiner unnachahmlichen Solosiege eine deutliches Signal an die Konkurrenz geschickt. Zweieinhalb Wochen vor dem Start der Frankreich-Rundfahrt gewann der slowenische Weltmeister die Auftaktetappe der Tour de Suisse mit riesigem Vorsprung und zeigte sich nach anderthalb Monaten Rennpause in Topform.
Nach 144 km mit Start und Ziel in Sondrio lag Pogacar (UAE Team Emirates-XRG), der erstmals die Traditions-Rundfahrt in der Schweiz bestreitet, 2:14 Minuten vor dem zweitplatzierten Tokio-Olympiasieger Richard Carapaz (Ecuador/EF Education-EasyPost). Der Italiener Andrea Bagioli (Lidl-Trek) auf Platz drei hatte 2:29 Rückstand, die nächsten Verfolger kamen mit über vier Minuten Abstand ins Ziel.
Bei seinem neunten Sieg im zwölften Saisonrennen trat Pogacar rund 70 km in der Anfahrt des ersten anspruchsvolleren Berges der Rundfahrt an und ließ seine Verfolger förmlich stehen. Schnell drückte der Ausnahmefahrer seinen Vorsprung über die Zwei-Minuten-Grenze und fuhr einem ungefährdeten Erfolg entgegen.
Pogacar hatte nach seinem Sieg bei der Tour de Romandie Anfang Mai zum Abschluss einer herausragenden Frühjahrssaison eine Rennpause eingelegt, um sich gezielt auf die Tour vorzubereiten. Bei der Großen Schleife, die am 4. Juli in Barcelona startet, kann der 27-Jährige mit seinem fünften Sieg zu den Rekordgewinnern aufschließen.
Von seinen größten Rivalen wie Jonas Vingegaard oder Florian Lipowitz ist bei der Tour de Suisse niemand am Start, gleichwohl ist die fünftägige Rundfahrt das am besten besetzte der traditionellen Vorbereitungsrennen auf die Tour de France.
Die zweite Etappe der Tour de Suisse mit Start und Ziel in Locarno führt am Donnerstag über 157,7 km im Klassikerstil mit vielen Hügeln - erneut also Pogacar-Terrain.
M.Lombardi--INP